Genealogie Siedel
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Achtung: Herr Dr. Siedel wird an dieser Stelle bald die überarbeitete Fassung veröffentlichen.

Zur Familienforschung Siedel

Vorwort

Vor etlichen Jahren, im Sommer 2002, berichtete ich an dieser Stelle erstmals "Zur Familienforschung Siedel“ und beschrieb drei bis in das 16. bzw. 17. Jahrhundert im Raum Sachsen und Thüringen zurückverfolgbare Linien des Namens "Sidelius" bzw. "Siedel", mit den „Ahnherren“ Ambrosius Sidelius, Johann Christoph Sidelius und Johann Gabriel Siedel. Ich vermerkte damals noch, dass verwandtschaftliche Beziehungen zwischen diesen Linien nicht eindeutig nachweisbar seien.

Inzwischen habe ich – mit Unterbrechungen – weitere Nachforschungen angestellt und dabei auch zusätzliche Informationen von dritter Seite erhalten. Danach war zumindest Johann Christoph Sidelius ein direkter Nachfahre von Ambrosius Sidelius. Für Johann Gabriel Siedel ließ sich zwar bis dato kein solcher Beweis finden, jedoch lassen bestimmte Dokumente und sonstige Umstände mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf schließen, dass er ebenfalls der Familie des Ambrosius Sidelius entstammte.

Vor nicht allzu langer Zeit erhielt ich außerdem noch den Hinweis, dass in Sandersleben u. Umgebung ab Anfang des 18. Jahrhunderts ebenfalls zahlreiche Siedel ansässig waren – allein im Zeitraum von 1700 bis 1800 finden sich im Sanderslebener Kirchenbuch etwa 30 Tauf- sowie je 15 Heirats- und Todeseinträge. Ob oder wie Beziehungen zu den zuvor genannten Sidelius/Siedel bestanden, ist jedoch noch unklar.

Meine erste Abhandlung aus dem Jahr 2002 hat mittlerweile zu einigen sehr erfreulichen Kontakten zu mir bis dahin unbekannten frühen Familienverwandten geführt. Ich würde mich jedoch nach wie vor sehr freuen, wenn dieser Artikel weiter dazu beitragen könnte, zusätzliche Siedel’sche Familienchroniken zu ergänzen. Umgekehrt bin aber auch ich weiterhin jederzeit dankbar für Hinweise zum Verbleib von Familienmitgliedern eigener früher Vorfahren, zu denen bislang lediglich Geburts- oder Taufdaten ermittelbar waren und deren sonstiges Schicksal mir soweit unbekannt ist.

Joachim Siedel                                                   Eschenbach b. Luzern, Schweiz, im Frühjahr 2009

Inhaltsverzeichnis

Herkunft der Daten

Zur Etymologie "Siedel"

Verbreitung des Namens, Ähnlichkeiten

Der Name Siedel und die englische Sprache

Hinweise zu den verwendeten Kürzeln

"Linien Siedel"

1. Ambrosius (I) Sidelius (1533/34 - 1613)

2. Johann Gabriel Siedel

3. Sanderslebener Linie

Der Name Sidelius / Siedel in Universitäts- und
Schulmatrikeln des 16./17. Jahrhunderts

Irrtümer nicht ausgeschlossen

Quellenverzeichnis

Herkunft der Daten

Die nachfolgenden Angaben zu Familien namens Siedel bzw. Sidelius stammen überwiegend aus folgenden Unterlagen (zu weiteren Verweisen im Text siehe Abschnitt Quellenverzeichnis):

·   Dem Curriculum Vitae aus der Leichenpredigt für Johann Balthasar Siedel, ±1735 Sonneberg/Tür.

·   Stammbaum-Aufzeichnungen der Familie Siedel in Sonneberg/Thüringen vom Anfang des 20.

Jahrhunderts

·   einem umfangreichen Schriftwechsel überwiegend aus den Jahren 1930 – 1932 zwischen meinem

früheren Onkel Dr. Adolf Siedel, Oberstudiendirektor in Saalfeld/Thür. bzw. Freiburg/Breisgau, und dem Oberstleutnant a.D. Georg Siedel, Dresden (einschließlich Mitteilungen von Pfarrämtern und Behörden im mitteldeutschen Raum sowie Schreiben insbesondere eines Oberpostmeisters a.D. Damm, Bachra b. Kölleda, aus der damaligen Zeit)

·      der Leichenpredigt für Ambrosius (I) Sidelius (gedruckt Jena 1614, vorhanden u.a. in der Biblio-

thek des Evangelischen Ministeriums des Augustinerklosters Erfurt)

·      den Kirchenbüchern der ev. Pfarrämter von

-  Bad Düben

-  Heinersdorf b. Sonneberg/Thür.

-  Molsdorf b. Erfurt

-  Naumburg (Pfarramt St. Wenzel)

-  Kölleda

- Sandersleben

-  Sonneberg/Thür.

-  Torgau

-  Zeitz (Schlosskirche St. Michael)

·   im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Außenstelle Wernigerode, aufbewahrten Leichenpredigten

und anderen Dokumenten aus dem 17. Jahrhundert

·      Korrespondenzen ab 2004 zwischen Dr. Thomas Siedel, Berlin, und mir.

Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle besonders bei den Herren Dr. Jürgen Herzog, Torgau, Lutz Fritzsche, Bad Düben, Lutz Volland, Erfurt, Dr. Michael Ludscheidt, Erfurt, Josef Metze, Erfurt, Dr. Manfred Wilde, Delitzsch, und Michael Beck, Kölleda, die mir bei meinen Nachforschungen mit Rat und Tat zur Seite standen und zu vielen neuen Erkenntnissen verhalfen.

Im Übrigen verliefen bislang negativ Recherchen in den Kirchenbüchern von Eilenburg, Gotha und Leipzig. An anderen sicheren oder vermutlichen Aufenthaltsorten früher Träger des Namens Sidelius oder Siedel konnten keine Auskünfte mehr eingeholt werden, weil entweder die älteren Kirchenbücher und sonstige Archivalien durch Brände vernichtet wurden (z.B. Hardisleben 1679, Nebra 1655, Osterfeld 1730), oder mit Aufzeichnungen erst relativ spät begonnen wurde (Allstedt/Helme ab 1641, Ellersleben frühestens ab 1614, Erfurt ab ca. 1610, Hemleben ab 1725, Orlishausen ab 1715, Rothenberga ab 1648).

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Zur Etymologie "Siedel"

Die ursprünglich – zumindest für die Linie des Johann Christoph (I) Sidelius/Siedel – aufgrund eines Eintrags in der Leichenpredigt für dessen Sohn Johann Balthasar Siedel (±1735) postulierte Ableitung „Siedel herkommend von Siedelhof“ lässt sich im vorliegenden Fall nicht mehr aufrechterhalten. Vielmehr entstand hier der Name aus „Seidel“ über die Latinisierung in „Sidelius“, woraus ab etwa Mitte des 17. Jh. umgangssprachlich „Siedel“ wurde.

Kurioserweise leitet sich „Seidel“ wiederum aus mittelhochdeutsch „Sîdel“ (mit langem i, Koseform von „Siegfried“) ab1. Außer im alemannischen Bereich und dem nordwestlichen Deutschland wurde aus „Sîdel“ durch Diphthongierung „Seidel“2. Somit ist Ambrosius (I) Sidelius, gewollt oder nicht, mit seiner Latinisierung wieder zur ursprünglichen Sprechweise zurückgekehrt.

Verbreitung des Namens, Ähnlichkeiten

Der Familienname „Siedel“ kommt im deutschsprachigen Raum – im Gegensatz zu „Seidel“ – ziemlich selten vor. Im elektronischen Telefonbuch der Deutschen Telekom ist er ca. 100-mal zu finden; in Österreich und in der Schweiz (anders als dort „Sidler“) nur ganz vereinzelt. Dagegen ca. 30-mal sehr nahe beieinander auf der französischen Rheinseite, im Elsass sowie in Lothringen. Dort findet sich fast ebenso oft auch der Name „Sidel“, der in Deutschland nur in äußerst geringer Zahl anzutreffen ist. Fahndet man im Internet nach der latinisierten Form „Sidelius“, stößt man überraschenderweise auch auf schwedische Genealogie-Seiten – und häufig auf Verwechslungen mit „Sibelius“. In Schweden weist oder wies die Namensendung -ius durchweg auf den Beruf oder die Abstammung von einem Kleriker hin4. Namen wie Sydell oder Sidell soll es im Bereich des heutigen Polen (u.a. Schlesien, Ostpreußen) geben oder gegeben haben.  

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Der Name Siedel und die englische Sprache

Buchstabiert man z.B. in den USA jemandem seinen Namen SIEDEL, wird man unweigerlich sofort so angeredet, wie der geschriebene Name SEIDEL auf Deutsch klingt (einer oder einem deutschen SEIDEL wird es genau umgekehrt ergehen). Insofern ist es durchaus vorstellbar, vielleicht sogar wahrscheinlich, dass Einwanderer namens Siedel aus dem deutschsprachigen Raum in den USA, um den Klang ihrer Anrede beizubehalten, die Schreibweise ihres Namens in z.B. „Seidel“ änderten – und andersherum ursprüngliche Seidel in „Siedel“. Nicht nur für dortige Ahnenforscher sicher eine verzwickte Situation.

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Hinweise zu den verwendeten Kürzeln

Unterschiedliche Personen einer Linie mit identischen Vornamen sind in chronologischer Reihenfolge mit (I), (II) usw. gekennzeichnet. Die Zeichen *, ~, oo, + und ± stehen für Geburt, Taufe, Heirat, Tod und Beerdigung. Hochgestellte Ziffern verweisen auf das Quellenverzeichnis am Ende dieses Artikels.

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Linien "Siedel"

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1. Ambrosius (I) Sidelius

Herkunft und Leben

In der Zeit um 1533/34 wurde zu Annaberg im Erzgebirge dem Müller „vor der Stadt“, Matthes Seidel, und seiner Frau Martha ein Sohn geboren, dem sie den Namen Ambrosius gaben. Sein Großvater, Thomas Seidel, war „der hochlöblichen Churfürsten zu Sachsen zur selben Zeit Kelner gewesen“, weswegen man die Familie auch „die Kellner“ nannte. Die Herkunft des Thomas Seidel ist soweit unbekannt*. Auch zu etwaigen Geschwistern des Ambrosius finden sich keine Angaben.

*)Bevorzugter Aufenthaltsort bzw. Residenz der sächsischen Kurfürsten war damals das Schloss von Torgau (später „Hartenfels“ genannt); in die „selbe Zeit“, d.h. in die Zeit um Ambrosius (I) Sidelius' Geburt, fallen die Regierungen der Kurfürsten Johann (1525 – 1532) bzw. dessen Sohn Johann Friedrich I. „dem Großmütigen“ (1532 – 1547). Es könnte daher möglich sein, dass sich dieser Thomas Seidel damals – zumindest zeitweise – ebenfalls in Torgau lebte.

Ob eine verwandtschaftliche Beziehung zur Familie des Nicol (Nicolaus) Seidel bestand, der in der Annaberger Chronik4 in verschiedenen gehobenen Positionen genannt ist (Gerichtsschreiber 1505, Bergschreiber 1505, Ratsmitglied 1515), drei Söhne hinterlassen haben soll (Caspar, Balthasar, Christoph)2 und zu dem sich in der St. Annenkirche ein Epitaph aus dem Jahr 1534 befindet (oder befunden hat), ist unklar.

Mit Ausnahme seines genauen Geburtsdatums, das auch er selbst trotz intensiven Bemühens vergeblich herauszufinden versuchte, sind über das Leben des Ambrosius Seidel/Sidelius sehr viele Einzelheiten überliefert, und zwar hauptsächlich aus der zu seinem Begräbnis am 10. November 1613 vom Weißenseer Superintendenten Johann Mathstad gehaltenen, 1614 in Jena im Druck erschienenen und heute noch vorhandenen Leichenpredigt5:

Leichenpredigt für Ambrosius Sidelius; S. 1

Leichenpredigt für Ambrosius Sidelius; S. 2

 Zu weiteren Quellen (die sich häufig über weite Strecken auf diese Leichenpredigt stützen) vgl. 6.

Der Vater starb, als Ambrosius noch jung war, nachdem er wegen einer „geschwinden Theuerung in große Ungelegenheit und Abnehmen seiner Nahrung gerathen“ war.

Möglicherweise war das in oder bald nach 1540, da die Annaberger Chronik4 vermerkt: „Anno 1540 Von der großen Sommerhitze entzündeten sich die Wälder um die Stadt herum und besonders um Bärenstein. Wegen Mangel des Wassers konnte man nicht mahlen und es entstand eine große Teuerung. (…)“.

Durch weiter anhaltende Teuerung und den Schmalkaldischen Krieg (1546/1547) gänzlich mittellos geworden, „musste Ambrosius aufs Land gehen und durch Singen und Betteln für sich und seine Mutter Brot verdienen“. Dennoch konnte er am Schulunterricht in Annaberg und im nahe gelegenen Buchholz teilnehmen. Später besuchte er die Schule in Torgau, wo er auch „die Wwe. Dr. Lutheri mithelffen zu Grabe zu begleiten“ (15.12.1552). 1553 begab er sich zum Theologiestudium an die Universität von Wittenberg, wo er Melanchthon hörte. Möglicherweise hat er zu jener Zeit seinen Familiennamen in „Sidelius“ latinisiert (warum er nicht die damals ebenfalls für „Seidel“ verwendete lateinische Form „Sedelius“ wählte, ist unbekannt). Sein Weg führte ihn anschließend nach Erfurt, wo er zunächst in die Kantorei aufgenommen, 1560 Schulkollege und Vizekaplan (Nachmittagsprediger) an der Predigerkirche und 1564 zum Pastor von St. Thomas ordiniert wurde. Er mischte sich allerdings dort in seit 1569 schwelende Streitigkeiten („Poachsche Händel“ bzw. „Gallusstreit“) ein, bei denen es um das Auskommen zwischen Protestanten und Katholiken ging. 1672 kulminierte die Sache, als er sich zusammen mit vier anderen evangelischen Predigern, Andreas Poach, David Gruber, Andreas Herbich und Johann Zabel, von der Kanzel öffentlich gegen die Kooperation mit den Katholiken wandte. Der Stadtrat von Erfurt versuchte, einen Vergleich herbeizuführen, aber Ambrosius Sidelius und seine vier Kollegen setzten ihre „Eyferey“ fort. Sie wurden deshalb auf Ratsbeschluss am 15.7.1572 ihres Amtes enthoben und der Stadt verwiesen. Über Zwischenstationen gelangte Ambrosius nach Kölleda, fand dort aber trotz freundlicher Aufnahme und Unterstützung u.a. durch den Herrn von Werthern mangels Vakanz des Pfarramts keine Stelle.

Er zog nach Jena weiter, wo er sich 18.2.1574 an der Universität immatrikulierte und im selben Jahr zu Magister promoviert wurde. Danach wurde er von Kurfürst Herzog August von Sachsen zum Pfarrer von Bischleben berufen, wechselte aber – weiter von Missgünstigen behelligt – wenig später nach Eischleben (27.8.1574).
Als im Oktober 1577 in Kölleda als einer von 448 Einwohnern der Pfarrer Liborius Stollberg an der damals dort grassierenden Pest verstorben war und man einen Nachfolger brauchte, wurde Ambrosius Sidelius vom Rat der Stadt zu einer Probepredigt eingeladen, die er am 24. November 1577 hielt. Nachdem auch die Bürgerschaft einmütig für ihn stimmte, musste er sich bei Wolfgang von Werther auf Schloss Beichlingen vorstellen und wurde akzeptiert.
Am 3. Januar 1578 holte man ihn von Eischleben ab, und am 28. Januar 1578 wurde er durch den Weißenseer Superintendenten Zacharias Fröschel in sein Amt als Pastor von Kölleda eingeführt.
Die Amtszeit in Kölleda begann für Ambrosius Sidelius mit einer familiären Tragödie: Offenbar allesamt ebenfalls von der Pest betroffen, starben innerhalb kürzester Zeit nach seiner Ankunft vier seiner Kinder und die Frau. Am 10.1.1578 wurde das Töchterlein Regina, gerade 5 Stunden alt, begraben. Es folgten die Begräbnisse der Frau Margaretha (11.1.1578), der Tochter Margaretha (28.1.1578), des Söhnleins Christoff (29.1.1578), und des Töchterleins Sabina (15.2.1578). Nur der älteste Sohn, Ambrosius (II) Sidelius, der sich damals offenbar schon auswärts aufhielt, überlebte.
Ambrosius Sidelius war ein großer Kenner der hebräischen Bibel, in die ihn vor allem Magister Georg Silberschlag in Erfurt, den er bis zuletzt in hohen Ehren hielt, eingeführt hatte. Er galt als leutseliger, bescheidener Mann und fleißiger Seelsorger. Der Haushaltung und weltlichen Geschäften nahm er sich nie an. Dagegen interessierte er sich neben der Theologie auch für medizinische Dinge, was nicht nur ihm selber – er galt als ständiger „Valetudinarius“ (Patient) – zustatten kam, sondern er „ging damit auch seinen Zuhörern zur Hand“.
Am 17. September 1613 fiel er während der Predigt in Ohnmacht. Er wurde von seinem Sohn Johannes und seinem Enkel Adam (Sohn des Ambrosius (II) Sidelius) nach Hause gebracht, erholte sich aber nicht mehr und starb am 8. November 1613. Zwei Tage später wurde er beerdigt. Die Leichenpredigt hielt der Superintendent von Weißensee, Johannes Mathstadt.
In der St. Wigbert-Kirche von Kölleda (volkstümlich auch „St. Wippertus- oder St.-Wipperti-Kirche“ genannt, Abb. 1) befindet sich ein Epitaph für Ambrosius Sidelius und seine Familie; Abb. 2 zeigt Ambrosius (I) Sidelius in einer Ausschnittsvergrößerung des Epitaph-Gemäldes:

 


Abb. 1:
St. Wigbert-Kirche („St. Wipperti“) in Kölleda (Aufnahme vom Oktober 2005)

 

Abb. 2: Ambrosius Sidelius auf dem Epitaph-Gemälde (Aufnahme M. Beck, Kölleda)

(Das Epitaph soll um 1620 entstanden und das Gemälde von einem Künstler geschaffen worden sein, der wahrscheinlich Ambrosius und seine letzte Frau sowie die ihn überlebenden Kinder noch persönlich gekannt hatte; insofern könnte die Darstellung von A. S. seinem wirklichen Aussehen nahe kommen. Das rote Kreuz über seinem Kopf bedeutet, dass er zur Entstehungszeit des Gemäldes schon verstorben war).

Im unteren Teil des Epitaphs befindet sich folgende lateinische Inschrift:

Originaltext

Übersetzung auf Deutsch

Hic cubet Ambrosius post fata Sidelius urna,
Cuius vita metus transistus erat; hospes erat.
Misnica cui dedit Annaberga fodinis
Clara metalliferis virgineoque coko
Et pastoralem Thüringia nostra cathedram
Erfurti sacra eredidit aede Thomae.
Credidit ac iterum lapsis bis quaturn annis
Clausit et in miserum depulit exilium.
Errat is Ex-Pastor longue et Triedleridos exul
Eichslebici donec mysta vocatus agri
Et tandem septem per lustra jubente Jehova
Coelleda fit Pastor,Wertheriana, tuus.
Pastor erat vivus, moriens est incola coeli;
Hanc patriam in terris, qui bene transit, habet.
Haec; hospes tibi dicta volo; Tu discidos, quid sit
Vita hominis, nempe transitus et iter.
                                         M. Nicodemus Lappius
Hier liegt nach seinem Geschick Ambrosius Sidelius, 
dessen Leben nur ein Übergang war; ein Fremdling war er.
In dem Meissenschen Annaberg, berühmt durch seine
Erzbergwerke, stand seine Wiege.
Und unser Thüringen gab ihm die Kanzel.
Am Heiligtume St. Thomas zu Erfurt.
Gab und verschloss sie wiederum nach acht Jahren
und vertrieb ihn in die Verbannung.
Als Ex-Pastor irrt er lange umher und ist drei Jahre verbannt
bis er zum Priester im Eislebischen berufen wird.
Endlich nach sieben Jahren wird er auf Geheiß Jehovas
Dein Pastor, Werthernsches Kölleda.
Pastor war er lebend, sterbend ist er Himmelsgast.
Dieses Vaterland hat, welcher gut hinübergeht.
Dies, Fremdling, lass dir gesagt sein: Lerne, was das 
menschliche Leben ist, nämlich Übergang und Pilgrimschaft.
                                                    gez. M. Nicodemus Lappius

Ehen und Kinder

Ambrosius (I) Sidelius war viermal verheiratet; die erste und die dritte Ehe blieben kinderlos.
Zum ersten Mal heiratete er am 20. 5. 1560 in Erfurt mit Catharina Hoyer, Tochter des dortigen Kramers Hermann Hoyer. Catharina starb bereits 1563.
1564 ehelichte er Margarethe Bingkebangk, Tochter des Bartholomäus Bingkebangk, "Vierherr" (mit der Aufgabe, die Stadtbefestigungen zu betreuen, auch die Schlösser Cyriaksburg, Mühlburg, Großvargula, Schloßvippach und Tonndorf) und Ratsverwandter in Erfurt.
(Zum Vater von Margarethe Bingkebangk und vermutlichen weiteren Vorfahren ist noch bekannt: (a) Bartholomæus Bingkebangk begr. Prediger 27.8.1586, verh. mit Barbara NN., begr. Prediger 26.10.1593; (b) Martin Pinckenpanck, 1491 immatr. Univ. Erfurt, Bäcker und 1512 Vierherr, Zum güldenen Faß (Marktstraße 54), genannt noch 1530; (c) vmtl. Simon Pinkepank, wohnt 1493 Zum güldenen Faß, 1510 nicht mehr genannt).
Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor:
Ambrosius (II) (*in/nach 1654 Erfurt, +1640 Orlishausen)
Margaretha (*wann/wo?, ±28. Januar 1578 Kölleda)
Christoff (*wann/wo?, ±29. Januar 1578 Kölleda)
Sabina (*wann/wo?, ±15. Februar 1578 Kölleda)
Regina (*/±10 Januar 1578 Kölleda alt 5h)
Wie schon zuvor erwähnt, starben die vier letztgenannten Kinder kurz nach der Ankunft von Ambrosius (I) Sidelius in Kölleda an der Pest. Ebenso ihre Mutter, Margaretha geb. Bingkebangk (±11. Januar 1578).
Am 7. Juli 1578 heiratete Ambrosius Regina Grüning, Tochter des Johann Grüning aus Erfurt. Sie starb jedoch schon im Jahr darauf (±4. August 1579 Kölleda).
Seine vierte und letzte Ehe ging Ambrosius am 18. 1. 1580 mit Anna N.N., Witwe des Erfurter Tuchscherers Martin Trinckaus, ein. Sie brachte zwei Kinder in die Ehe mit, Jacob und Barbara (Barbara Trinckaus wurde 1598 die zweite Frau von Ambrosius (II) Sidelius, ihr Bruder Jacob Trinckaus heiratete 1600 in Kölleda Susanna Rhahausen, Tochter des Kölledaer Bürgers Hans Rhahausen).
Anna gebar Ambrosius (I) Sidelius noch drei Kinder:
Catharina, ~9. Juli 1581 Kölleda
Johannes, ~30. Dezember 1582 Kölleda
Samuel, ~24. Februar 1586 Kölleda
Sie selber überlebte ihren Mann nur um wenig mehr als ein Jahr (±1. Januar 1615 Kölleda).
Die Kinder von Ambrosius Sidelius und ihre Nachkommen
Ambrosius (II) Sidelius
Ehen und Kinder
Ambrosius (II) Sidelius (geb. wahrscheinlich um 1565 in Erfurt) studierte ab 1580 an der Universität Erfurt und wurde dort 1587 zum Magister promoviert. Von 1590 bis 1593 war er Rektor in Kölleda, danach Pfarrer in Ellersleben und – spätestens ab 1613 (s. S.2 der Leichepredigt für Ambrosius (I) Sidelius) – Pfarrer in Orlishausen. Er starb dort 1640.
Er heiratete am 15. Juli 1588 Katharina Herbich, Tochter des Pastors Andreas Herbich zu Schlotheim (Andreas Herbich war wie Ambrosius (I) Sidelius wegen seiner Mitbeteiligung am Gallusstreit 1572 in Erfurt amtsenthoben und aus der Stadt vertrieben worden), und zum zweiten Mal, am 31. Dezember 1598, Barbara Trinckaus, die Stieftochter seines Vaters.
Als Kinder des Ambrosius (II) Sidelius sind zumindest bekannt (nach KB Köll.):
- Adam (~21. April 1592 Kölleda)
- Anna (* u. +wann/wo?)
- Elisabeth (I) (* u. +wann/wo?)
- David (16. August 1598)
- Martin (I) (*1605/6 Ellersleben?, ±6. März 1678 Kölleda im Alter von 72 Jahren)
Höchstwahrscheinlich gab es jedoch noch zwei weitere Kinder des Ambrosius (II):
- Samuel (II), er stammte aus Ellersleben („Ellerslebianus“)
- Barbara (*/+ wann/wo?)
Die Kinder von Ambrosius (II) Sidelius und ihre Nachkommen
Adam (~21. April 1592 Kölleda); von ihm ist lediglich bekannt, dass er sich 1607 an der Univ. Leipzig immatrikulierte und am 25. November 1616; Heirat als Kantor in Allstedt Anna Krause, Tochter des Valentin Krause „Assenientis“ (d.h. aus „Asseburg?) heiratete. In den Allstedter Kirchenbüchern soll es aber keine Aufzeichnungen zu den beiden oder Kindern geben.
Anna (* u. +wann/wo?) heiratete am 10.11.1617 in Kölleda den Studenten Paul Gerhardt.
Elisabeth (I) (* u. +wann/wo?) heiratete am 16. Mai 1636 Caspar Schwemler, Sohn des Caspar
Schwemler; Heiratsort war Orlishausen
Martin (I) (*1605/6 Ellersleben(?), ±6. März 1678 Kölleda im Alter von 72 Jahren) war zunächst Kämmerer, dann Bürgermeister von Kölleda. Er heiratete zum ersten Mal am 14.2.1631 in Kölleda Juditha Trylle, hinterlassene Tochter des Johann Trylle. Ein zweites Mal, im Jahr 1652, Anna Maria May (od. Mayer). Von Kindern des Martin (I) Sidelius sind im Kölledaer Kirchenbuch genannt:
Aus erster Ehe:
- Johann Friedrich (~20.11.1631, ±17.10.1637)
- Elisabetha (~22.9.1633)
- Zacharias (~24.7.1635, ±29.9.1637)
- Samuel (III) (~31.3.1637, ±1.10.1637)
- Johann Friedrich (~13.6.1638)
- Georgius (~30.4.1641)
- Johann Martin (~22.7.1644)
- Samuel (V) und Zwillingsschwester
- Juditha (beide ~18.7.1647)
- Samuel (V) heiratete am 26.11.1671 Elisabeth Catharina Wittstock, Tochter des Volkmar Witt-
stock. Kinder: Hans-Georg (~26.4.1682), Anna Martha (~21.3.1685), Anna Judith (~26.1.1688), Hans Samuel (~9.3.1690).
Aus zweiter Ehe:
- Johannes Martin (II) (~20.4.1653)
- Johannes Christian (~16.3.1655)
- Anna Justina (~8.3.1657)
- Sabina Catharina (~14.4.1660)
Zum Sterbe- oder Begräbnisdatum der ersten Frau, Juditha, wurde bislang nichts gefunden; die zweite Frau des Martin (I) Sidelius/Siedel wurde 1682 Quasimodogeniti (erster Sonntag nach Ostern) in Kölleda beerdigt.
Samuel (II) „Ellerslebianus“ war spätestens ab 1635 in Kölleda Baccalaureus, Organist und Stadtschreiber. Er war offenbar zweimal verheiratet, da schon vor seiner zweiten Ehe (Name der ersten Frau unbekannt) ab 1635 Taufeinträge zu Kindern von ihm im Kölledaer Kirchenbuch zu finden sind (einen anderen Samuel mit entsprechendem Alter gab es zu dieser Zeit noch nicht, und Samuel (I) (~24.2.1586) und seine Frau Magdalena (Heirat 1609, s.u.) wären damals für das Kinderkriegen sicher schon zu alt gewesen). Am 6.6.1643 heiratete er Juditha Zäncker (Name der Eltern nicht bekannt). Kinder:
Vor der Ehe mit Juditha Zäncker:
- Clemens (~24.2.1635, ±28.9.1636)
- Samuel (IV) (~12.12.1637)
Aus der Ehe mit Juditha Zäncker:
- Samuel (~7.4.1644)(??)
- Johann Caspar (~9.2.1646)
- Anna Juditha (~16.2.1648)
- Anna Elisabeth (~18.2.1650, ±8.6.1677)
Juditha, seine Frau, wurde am 22.8.1681 als „H. Stadtschreiber Siedels hinterlassene Witwe“ beerdigt; demnach war Samuel (II) Sidelius/Siedel damals schon verstorben.
Von den Kindern ist wiederum bekannt, dass
- Samuel (IV) (?oder ein anderer, 1644 geborener Samuel), von Beruf Glaser, im Jahr 1666 Cathari-
na (-Elisabeth?) Luggius heiratete. Sie wurde am 13.7.1682 begraben. Aus dieser Ehe sind vermutlich folgende Kinder hervorgegangen:
- Maria Catharina (~7.8.1672, ±14.12.1673)
- Johann Samuel (~18.2.1675, ±25.2.1675)
- Eva (~/±5.2.1678)
Möglicherweise heiratete dieser Samuel (IV) ein zweites Mal im Jahr 1683 Elisabeth Schacht. Sie
wurde am 9.4.1694 (Ostermontag) in Kölleda beerdigt.
- Johann (Hans) Caspar Siedel, von Beruf Kornschreiber, im Jahr 1685 Maria Barbara Friedrich
heiratete und mit ihr folgende Kinder hatte:
- Johann Gabriel (II) (~27.9.1687, ±3.5.1691)
- Zwillinge: (a) Tochter N.N, (b) Anna Barbara (beide ~22.9.1692, Anna Barbara ±23.3.1693)
Johann Caspar Siedel wurde am 17.5.1693 beerdigt
Barbara verheiratete sich 1624 in Rastenberg mit Michael Cramer, er geb. 1599 in Rastenberg als Sohn des Elisæus Cramer aus Nordhausen, Kantor und Organist in Rastenberg, und der Margaretha Ambe, Tochter des Matthias Ambe, Stadtschreiber in Rastenberg; Michael Cramer besuchte Schulen in Weimar, Eisleben, Halberstadt, Frankfurt/Oder, 1618 immatr. Univ. Frankfurt/Oder, 1624 Schulmeister in Rastenberg, 1627 Pastor in Dermsdorf b. Sömmerda, (? 1631-32 Subst. in Nöda), 1632 wieder Pastor in Dermsdorf, 1636 Pastor in Olbersleben.
Catharina (I) Sidelius
Catharina (od. Katharina) Sidelius, ~9. Juli 1581 Kölleda, heiratete am 30. Oktober 1603 in Kölleda den Wagner Merten (Martin) Kellner; sie starb als Witwe am 24. Juli 1626. Über Kinder und weitere Nachkommen wurden bislang keine Nachforschungen angestellt.
Johannes (I) Sidelius
Johannes Sidelius (~30. Dezember 1582 Kölleda) studierte ab 1594 in Erfurt und ab 1599 in Jena. Von 1607 bis 1616 war er Baccalaureus (Lehrer) und Organist in Kölleda, ab 1617 Pastor in Rothenberga, und von 1622 bis 1643 Diakon in Kölleda.
Er heiratete am 1. Januar 1604 Gertrud Schwemmler, Tochter Bürgermeisters Caspar Schwemmler.
Aus der Ehe sind lt. Einträgen im Kirchenbuch von Kölleda folgende Kinder hervorgegangen:
- Martin (II) (24. Oktober 1605)
- Katharina (II) (~23. März 1607)
- Elisabeth (II) (~8. März 1608)
- Johannes (II) (~15. März 1609)
- Sebastian (~16. Juni 1610)
- Joachim (~3. Dezember 1612)
- Nikolaus (~14. Juni 1616; evtl. identisch mit oder Zwillingsbruder eines im Alter von 9 Jahren am
30. September 1625 begrabenen Ambrosius)
- Christophorus (*1617 in Rothenberga? Mit 9 Jahren gestorben an Pest, 12. August 1626)
- Anna (*1621 in Rothenberga? 26. Juli 1626 im Alter von 5 Jahren)
- Sabina (~13. Januar 1623)
- Elisabeth (III) (~10. Juli 1625)
- Anna Elisabeth (~26. Juni 1627)
- Johann Wilhelm (~7. Mai 1630)
Johannes Sidelius starb am 27. Juli 1645; seine Frau Gertrud wurde am 20. März 1668 begraben.
In die Amtszeit des Johannes Sidelius - und ebenso in die Zeit vieler anderer Sidelius/Siedel in Kölleda - fallen auch die dortigen Ereignisse des 30jährigen Krieges. So steht dazu bei Oberländer geschrieben:
„Von dreyßig=jährigen Kriege.
Als An. 1631. Tylli, nach Eroberung der Stadt Magdeburg, mit der gantzen Armee nach Mühlhausen marchierte, zog General Pappenheim mit seinem Volcke d. 20. Oct. c. a. allhier durch, und nahm mit, was er kriegen konnte.
A. 1632 kam Pappenheim wieder zurück, in Herbste und plünderte Langensaltz, Tenstädt, Greusen, Weissensee, Kindelbrück und Cölleda und benachbarte Oerter. Damals versteckte sich die B. Ehrtin mit einer Schnur alter Thaler (die von Halß biß auf die Schuh gieng,) in ihre Scheure, wurde aber durch Verrätherey loser Leute, des Orts von einem Soldaten verkundschafft, und der Schnur beraubet, jedoch ohne Verletzung ihres Lebens und Ehre, vielmehr halff der Soldat sie vor grösserer Gefahr besser verstecken. Dargegen wurde eine Braut allhier, um der an Halse von einer unvermuthet einrückenden Parthey observirter Ducaten halber, als sie mit ihrer Braut=Jungfer, der Göllingin aus der Kirchen ging, biß in Schützen Garten verfolgt, und wieder heraus gejagt, und als sie darauf in die Pfütze an unserer Schule springt, von dar heraus geholt, und ihrer Ehre und Ducaten beraubet. Der Officir aber derselben Parthey, legte sich in der Braut-Jungfer Hauß, und muß der Vater alle Mahlzeiten einen Ducaten, von der an Halse gehabten Schnure unter den Teller legen, biß die Ducaten alle worden. Bey der Plünderung aber zu Hauterode will ein Soldat, eine Bauers=Frau, die gleich gewaschen, und ihren Mann unter den Stutz versteckt nothzwängen, sie aber wehrt sich so lang, biß der Mann hervor kriegt und den Soldaten mit dem Waschblauel todtschlägt.
A. 1633. rückten 250. Musqu. Von Obr. Magni Hontzons Regim. hierein, und hausen übel, der Capitain hieß Abr. Dehn.
A. 1634. zog der Chur=Sächs. General Bose, mit 300. Mann hier ein und mußte die Stadt mit Groß=Montra 800. Thl. monathlich nach Weissensee ins Haupt=Quartier zahlen, da denn allemahl die schrifftlichen Ordren an allen 4. Ecken schwartz abgebrannt waren, der Rittmeister hieß Heinr. Donaw. Lagen 22. Wochen hier, und machten alle Tage Mine zum Aufbrechen, und verzögerten doch so lange, biß keine Kuh noch Kalb, noch Schaff, noch Huhn mehr übrig war. Damahls war ein Sprüchwort. Das Volck von General Bosen, Läst zurück zerissene Hosen. Nach dessen Abzuge legten sich 1000 Mann Ertz=Hertzogl. Leopold. Völcker, unter dem General Piccolomini allhier ein, plünderten 9 Tage lang, ließen auch nicht ein Bund Stroh übrig, wollten auch wegen eines in der Kirchen Wipp. Ihnen verhasten Gemähltes von Jüngsten Tage, die Kirche verbrennen, hatten auch schon Feuer unter die Treppe an der langen Kirchthür angelegt, wurde aber durch fußfällige Vorbitte Hr. Frid. Schmieders, Raths=Verwandten und Handelsmanns, wie auch Hr. Stollens, B. h. l. wieder weggenommen und die Kirche erhalten. So war auch dazumahl die schöne grosse Glocke in Gefahr, welche aber durch Erlegung der von Feinde angeforderten Summa Geldes, so M. G. Kauffman, gegen Verpfändung der Stadt=Mühle, der Commun vorschoß, ranzioniret. Als aber nach der Zeit, eine andere feindliche Parthey, dieselbe von neuen abforderte, und wegen Geldmangels, zum andernmahl nicht ranzioniret werden konnte, obschon darum der Hr. P[farrer]. Aßing, von der Kanzel sehr beweglich bath, wurde sie an einem gewissen Tage noch einmahl zu guter letzte eine viertel Stunde lang unter Vergiessung vieler 1000 Thränen der grossen Menge Volcks gelautet, darauf herunter geworffen, weggeführt und verkaufft.
A. 1635. als zwischen dem Kayser und Chur=Sachsen zu Prage Friede gestifftet, und Hr. Georg von Werthern, als Chur=S. Gesande mit dahin geschickt, auch durch dessen Fleiß, solcher vermittelt wurde, revangirten sich die Schweden desto mehr an der Wertherischen Pflege, und nahmen dieselben, vor anderen sehr mit, daher geschah es, als der Schwedische Feld=Marschall Banier nach dem Siege bei Wittstock, den Kays. Und Chur=S. nachzog, legte er ein gantz Regiment allhier ein, und musten die armen Leute die Schwedischen Träncke, Plünderung und grosse calamitäten erdulden.
A. 1637. d. 9. Sept. rückten 3. Chur=S. Regimenter zu Roß von der Bloquade Erffurth ins Wertherische und muste die Stadt nebst Günstedt, ein gantz Regiment verpflegen.
A. 1639. kamen abermahls Schweden allhier an, und hausten übel, doch trösteten sich die armen Leuthe immer mit dem Spruche: Der Glaube hat uns die Schweden ins Land gebracht, Unser Vater Unser aber soll sie wieder naus treiben. (…)“.
Orte wie Hoffmonthra und Leutenberg, die von Plünderungen verschont blieben, dienten den Einwohnern von Kölleda oft als Zuflucht. Von 1639 bis 1642 gab es noch eine große Hungersnot, an der 400 Menschen starben, nachdem sie „mit Kräutern, Baumrinde, Schrot, Rüb- und Leinkuchen ihr Leben zu salviren gesucht“. Dass die Bürger in der Notwehr auch manchen Soldaten ermordeten, war unausbleiblich. So raubte 1637 ein Soldat in Kölleda zwei Pferde und ritt mit ihnen fort. „Unterwegs trifft er einen Jungen von der Finne an, der soll das unbändige Hand=Pferd hinter ihn herreiten, dieser setzt sich auf, nimmt die in der Hulffter steckende Pistole und schiesset damit seinen Vor-Reuter todt, und behält die Pferde“.
Nachdem im Jahre 1645 die im Besitz der kaiserlichen Truppen befindliche Feste Heldrungen von den Schweden belagert und endlich eingenommen, verließen die Belagerungstruppen Kölleda.
Im Kölledaer Anzeiger vom 22.03.1941 wird in diesem Zusammenhang auch auf ein von Samuel Sidelius (Samuel (II) Sidelius) aufgesetztes Schreiben aus der damaligen Zeit hingewiesen:

Abschrift (Beitrag vom Kölledaer Anzeiger - 22.03.1941):

Unter den Urkunden aus der Zeit des 30jährigen Krieges bewahrt unser Stadtarchiv einen vergilbten Bogen mit den Schriftzügen des damaligen Stadtschreibers Samuel Sidelius auf, der uns in kurzen Worten ein Bild des grauenvollen Elends entwirft, das einst unsere Väter ertragen mußten.

Der Text dieses Dokuments lautet:

"Diese Einquartierung hat so viel verursacht, dass nicht alleine große Teurung entstanden, als dass viele Leute (Salva reverentia) Hunde und Katzen , ja die toten abgezogenen Pferde und Viehaas zur Speise genießen mußten, sondern endlich an die 250 Menschen außerdem in der Stadt elendiglich Hungers gestorben. Hierbei justiziere jeglicher Christ, ob Kölleda nicht ein übriges leiden müssen, daher nicht recht und billig mit weiterer Umlage zu verschonen, vielmehr aber eines guten Zuschusses würdig.

Aufgesetzt den 17.Dezember 1650
Bürgermeister und Rat zu Kölleda“


Die Kinder von Johannes (I) Sidelius und ihre Nachkommen
Katharina (II) (~23. März 1607) war dreimal verheiratet:
- In erster Ehe ab 14.11.1625 mit dem verwitweten Kürschnermeister Sebastian Dittrich
(er ±30. Oktober 1626); Kind: Katharina Dittrich (~19. Oktober 1626 Köll.)
- in zweiter Ehe ab 18.1.1628 mit dem Kölledaer Rektor Caspar Bätzold (er ±18.1.1629 Köll.); Kind:
Anna (~10.12.1628, ±1.3.1629)
- in dritter Ehe ab 20.6.1631 mit Johann Stöpel (er ~13.4.1602 Kölleda, Kornschreiber auf Schloss
Beichlingen bei Kölleda, ab 1631 gräfl. Wertherscher Schreiber, 1639 Verwalter, 1642 Befehlsgeber, 1655 gewesener Bürgermeister in Kölleda, ±29.1.1665 Kölleda); Kinder: Johann Samuel Stöpel (~8.1.1645; Taufpate u.a.: Samuel Siedelius, Stadtschreiber allhier)
Anm.: Der eingangs unter „Herkunft der Daten“ genannte Oberpostmeister a.D. Damm aus Bachra b. Kölleda war lt. seiner Auskunft aus dem Jahr 1936 Nachfahre von Katharina (II) Sidelius und ihrem dritten Mann, Johann Stöpel.
Sie selber wurde am 29.3.1661 in Kölleda begraben.
Johannes (II) (~15. März 1609 Köll.) immatr. Univ. Jena 9.2.1626/30.12.1630, 1635 Pastor an St. Ulrich in Hemleben/Schmücke, ordiniert 4.1.1936, 1643-1675 Pastor zu Kleinneuhausen, heiratete in Kölleda am 13.6.1636 Elisabeth Barbara Brehm(e), hinterlassene Tochter des Erasmus Georg Brehm(e) aus Schwartzburg oder Frankenhausen. Kinder: Gottwald Sidelius od. Siedel, *9. 4. 1661 in Kleinneuhausen.
Joachim (I) (~3. Dezember 1612 Köll.) wurde 1643 in Treben/Kr. Altenburg Diakon, 1649 Pfarrer und starb am 11. Oktober 1658 in Thräna. Er war ab dem 26.11.1643 mit Anna Barbara Hünnerholz aus Regisbreitingen bei Zeitz verheiratet (er +11.10.1658 in Treben, sie +1692 in Thräna); beide hatten lt. Taufregister des Pfarramts Treben folgende Kinder:
- Johann Michael (~1645, 1645, 2 ½ Monate alt)
- Salomo (~1646)
- Christianus (~1647)
- Anna Barbara (~1649, Nottaufe, + nach 1 Stunde)
- Elisabeth (IV) (~1653)
- Johann Augustus (~1655)
- Tobias Michael (~1657)
Salomo wurde Handwerker in Thräna (dort +1701), Johann August („Siedelius“) Hutmacher in Döbeln (dort +6.3.1725), und Tobias Michael Handwerker in Altenburg.
Von Johannes (I) Sidelius ging über Joachim (I) Sidelius und Johann August Siedelius die sog. „Dresdner Linie“ in folgender Reihe aus:
(a) Johann August Siedel Pfarrer in Neunhofen/Thür, *20.06.1686 in Döbeln, +28.11.1729 in Neun-
hofen
(b) Johann August Siedel, Pfarrer in Belgern/Sa. *22.2.1716 in Neunhofen, +21.12.1774 in Belgern (c) Karl Gottlob Siedel, Pfarrer in Coswig b. Dresden, *1.10.1746 in Belgern, +6.4.1829 in Laas
(d) Carl Ernst Siedel, Förster in Laas und Lichtensee, *3.5.1795 in Coswig, *1.1.1854 in Lichtensee
(e) Karl Gottlob Siedel, Großkaufmann in Dresden, *19.11.1825 in Lichtensee, +22.11.1902
Ab (e) sind im Detail alle Verzweigungen bis heute bekannt. Z.B. gehörte zu einem Zweig der eingangs genannte Oberstleutnant a.D. Georg Siedel (*13.7.1872, +1957 Dresden), zu einem andern der Schauspieler Erhard Siedel (*geb. 2.11.1895 Röhrsdorf, gest. 196? Berlin).
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Johann Wilhelm (Siedel) (~7. Mai 1630) war zweimal verheiratet:
- In erster Ehe ab dem 25.6.1655 mit Ursula Assing, Tochter des Kölledaer Pfarrers Johann Assing.
Ursula verstarb jedoch schon ein Jahr später (±14.7.1656 Köll.) ohne Kinder zu hinterlassen.
- in zweiter Ehe ab dem 26.10.1658 mit Martha Bunett (Heiratsort Erfurt).
Aus der zweiten Ehe sind folgende Kinder hervorgegangen:
- Sohn N.N. (*wann/wo?, ±29.10.1659 Köll.)
- Benjamin (*wann/wo?, ±19.5.1672 Köll., als „Schulknab“)
- Barbara Gertrude (~23.10.1659 Köll.)
- Nicol Martin (~5.1.1664 Köll.)
- Anna Gertraud (~31.7.1665 Köll.)
- Johannes Simon (~30.11.1666 Köll.)
- Catharina Elisabeth (~17.7.1670 Köll.)
- Leonora Catharina (~6.8.1672 Köll.)
- Anna Catharina (~12.11.1673, ±16.1.1679 Köll.)
- Hans Wilhelm (~DN INDICA (?) 1676 Köll.)
- Justina Sabina (~7.4.1678 Köll.)
- Elisabeth Martha (~5.2.1681 Köll.)
- Hans Christoph (~17.4.1683 Köll.)
Zu Johann Wilhelm Siedel ist nirgendwo ein Beruf vermerkt, es findet sich lediglich ein Immatrikulationseintrag ….. Seine Frau Martha geb. Bunett wurde am 1.4.1684, er selber am wenige Tage später, am 7.4. 1684, „gratis“ in Kölleda begraben“.
Von den oben genannten Kindern des Johann Wilhelm Siedel ist weiteres nur zum letztgeborenen
Sohn, Hans Christoph, bekannt:
- Hans Christoph („Xstoph“) Siedel (~17.4.1683) war Schumachermeister und offenbar zuerst mit
einer Maria Elisabeth N.N. verheiratet. Spätestens ab Dezember 1721 wird als seine Frau aber
eine Gertrud Catharina N.N. genannt. Als Kinder sind im Kölledaer Taufregister verzeichnet:

- Maria Sophia (~22.4.1711)
- Johann Georg (~28.3.1713)
- Anna Dorothea (~7.12.1714)
- Barbara Martha (~24.7.1716)
- Johann Christoph (*/+9.11.1717)
- Johann Samuel (~30.5.1719)
- Johann Christian (~10.12.1721)
- Gottfried Franz (*17.4.1727, ~22.4.1727)
Auf den Kindern des Hans Christoph Siedel lag offenbar kein Segen. Im Kölledaer Kirchenbuch gibt es noch, ohne Namens-Nennung, folgende Todes-Eintragungen:
- 14.09.1714: M. Sidelii des Schumachers Kind verstorben
- 30.07.1716: M. Hans Xstoph Siedels Sohn begraben
- 16.01.1717: M. Hans Xstoph Siedels Sohn begraben
- 02.08.1719: M. Hans Xstoph Siedels Schumachers Söhnlein begraben
- 28.10.1722 M. Xtoph Siedels kleiner Sohn begraben
- 02.03.1723: M. Xstophs Siedels totgeborenes Söhnlein begraben
(Mit dem letzten Eintrag enden auch meine Nachforschungen zu den Kölledaer Sidelius/Siedel – und auch die Ansässigkeit von Siedels in Kölleda überhaupt?)
Samuel (I) Sidelius
Samuel (I) Sidelius (~24. Februar 1586 Kölleda) heiratete am 5. Oktober 1609 in Kölleda Magdalena Röser, Tochter des Pfarrers David Röser zu Hardisleben. Sein Name ist danach urkundlich noch erwähnt in der Leichenpredigt für seinen Vater Ambrosius Sidelius (1613, „Organist und Stadtschreiber zu Osterfeld“) und im Traueintrag seines Sohnes Johann Christoph Sidelius (1643, s. dort). Schließlich findet sich ein Samuel Sidelius, „Stadtschreiber und Organist zu Nebra“ am 31.3.1637 noch als Pate im Taufeintrag für Martin (I) Sidelius Sohn Samuel (III). Es könnte sich dabei zwar auch um Samuel (II) Sidelius gehandelt haben, aber dieser war zur fraglichen Zeit Stadtschreiber von Kölleda, s.o.
Wann und wo Samuel (I) Sidelius gestorben ist, ließ sich bisher nicht aufklären.
Kinder:
Dass er und seine Frau Magdalena die Eltern des
- Johann Christoph Sidelius (ca. +1618 Osterfeld, ±13. Oktober Düben a. d. Mulde)
waren, ist zwar nicht direkt beweisbar, jedoch sprechen dafür (a) die Tatsache, dass die Nennung des (Wohn-)Ortsnamens Osterfeld ausschließlich in Verbindung mit dem Namen Samuel (I) Sidelius einerseits und Johann Christoph (I) Sidelius andererseits zu finden ist, (b) das Geburts- und Heiratsdatum von Samuel Sidelius, (c) die Tatsache, dass Johann Christoph Sidelius seinen eigenen Kindern die Namen von engsten Verwandten gab – und da kommen sowohl Samuel als auch Magdalena vor, nicht aber z.B. …. .
Zu weiteren Kindern des Samuel (I) Sidelius ist soweit nichts bekannt. Zu diesbezüglichen Vermutungen hinsichtlich des Johann Gabriel (I) Siedel s.u.
Johann Christoph Sidelius/Siedel
Johann Christoph Sidelius, in späteren amtlichen Dokumenten auch Siedel bzw. „Hans“ Siedel genannt, muss seinem Begräbniseintrag im Kirchenbuch von Düben a. d. Mulde (heute Bad Düben) zufolge um 1618 geboren worden sein, höchstwahrscheinlich in Osterfeld (s.u., Eintrag zu seiner Trauung mit Anna Maria Winkler, Torgau 1643).
Während des Dreißigjährigen Krieges könnte er engere Verbindungen zum schwedischen Militär gehabt haben, da am 4. November1650 im Taufeintrag zu seiner Tochter Margaretha als ein Pate „der Ehrenveste und Namhafte Hr. Michael Franck, gewesener Schwed(ischer) Secretary bey I(hrer) Exc(ellenz) General Wrangel“ genannt ist. (Die schwedischen Truppen zogen aus der Gegend von Leipzig und Torgau nicht gleich zu Ende des Dreißigjährigen Krieges, sondern erst Anfang Juli 1650 ab).
Seine nächste urkundliche Nennung findet sich im Jahr 1647, und zwar im Kirchenbuch von Düben bei der Taufe seiner ersten Tochter.
Ab ca. 1648 war er in Düben als nacheinander Amtsschreiber, Kämmerer und Stadtrichter. Eigenartigerweise findet sich jedoch sein Name weder in den Matrikeln der Fürstenschulen Grimma, Meißen noch Schulpforta, deren Besuch damals Voraussetzung für die Ausübung solcher Beamtentätigkeiten in Sachsen war7.
Sein Name findet sich dann noch in etlichen Steuer- und Besoldungsurkunden im Landes-Hauptarchivs Sachsen-Anhalt (LHA) in Wernigerode (Rep D Düben) und dem Staatsarchiv von Leipzig.
Ehe und Kinder
Johann Christoph Sidelius heiratete am 8. Oktober 1643 in Torgau Anna Maria Winkler, Tochter des dortigen Seidenstickers Baltzer (Balthasar) Winkler und dessen Frau Dorothea, geb. Kleinmaß.
Der genaue Text des Traueintrags im Torgauer Kirchenbuch (Aufgebote und Getraute Band 3, S. 221) lautet:
"Dom XVII post Trinit. 1643, 8 Octobris
Der Ehrenveste und wohlgeachte H. Johann Christoff Sidelius von Osterfeld, des Ehrenvesten und wohlgeachten H. Samuel Sidely Not. Publici, und Stadtschreibers zu Cölleda an der Loste gelegen, eheleiblicher Sohn, Und die Erbare und tugendsame Jungfrau Anna Maria des Erbarn und wohlgeachten Baltzer winklers, weilandt Bürgers dieses Orts nachgelasene Tochter"
Anna Maria selber wurde in Torgau am 29. November 1619 getauft. Ihr Vater muss entweder 1623 oder 1631 verstorben sein; die Mutter hat danach möglicherweise wieder geheiratet, da sich zu Dorothea Winkler im Torgauer Kirchenbuch kein Begräbniseintrag findet.
Vor der Dübener Zeit sind aus der Ehe von Johann Christoph Siedel mindestens ein Sohn (Christoph Samuel, 1718 in Düben), sehr wahrscheinlich aber zwei hervorgegangen, da es beim erstgeborenen Dübener Sohn heißt, er sei als der dritte Sohn zur Welt gekommen.
Im Dübener Kirchenbuch sind folgende Taufen vermerkt:
- Anna Dorothea (~4. November 1647)
- Anna Elisabetha (~17. Februar 1649)
- Margaretha (~1. November 1650)
- Magdalena (~30. März 1652)
- Johann Balthasar (~14. Februar 1654)
- Anna Maria (~1. Juni 1658)
- Johann Gabriel (~10. August 1659)
- Johann Andreas (~25. April 1660)
- Johann Georg (~25. April 1660, Zwillingsbruder des Johann Andreas)
- Anna Margareta (~21. November 1662)
Johann Christoph Sidelius selber wurde am 13. Oktober 1669 „im Alter von 51 Jahren und etlichen Monaten“ in Düben begraben (er musste also um 1618 geboren sein).
Seine Frau Anna starb dagegen erst im September 1712 im Alter von fast 93 Jahren (29. September 1712 Düben).
Zu keinem der in Düben getauften Kinder ist in den dortigen Kirchenbüchern irgendetwas über eine Heirat oder ein Begräbnis vermerkt.
Das Haus, in dem Johann Christoph (I) Siedel mit seiner Familie in Düben lebte (damals Altstädter Platz Nr. 42 u. 43, jetzt Paradeplatz Nr. 17, steht übrigens noch heute:

Abb. 4: Aufnahme vom August 2001

Auf dem Haus lag zu Lebzeiten von Johann Christoph Sidelius/Siedel bzw. seiner Frau die „Braugerechtigkeit“ (= Braurecht). Aus Dokumenten von jener Zeit geht hervor, dass die Siedels jährlich bis zu 18.000 (!) Litern Bier brauten. Allerdings war das Bier dünner als das heutige. Es wurde in Düben und den umliegenden Dörfern – die üblicherweise kein Braurecht besaßen – verkauft.
Die Kinder des Johann Christoph (I) Siedel und ihre Familien
Von den elf oder 12 Kindern ist bislang nur etwas über das weitere Schicksal von Christoph Samuel und von Johann Balthasar (I), meinem nächstjüngeren Vorfahren, bekannt.
Christoph Samuel (I) Siedel, „Posamentierer und Bortenwirker“ in Düben a. d. Mulde, heiratete am 30. Januar 1672 Anna Katharina, Tochter des Dresdner Bürgers und Schuhmachers Johann Pfahl.
Aus dieser Ehe ging ein Sohn
- Johann Christoph(org) (II) (~25. September 1674)
hervor. Weiterhin eine Tochter Katharina Elisabeth, die aber nur 18 Wochen und 3 Tage nach ihrer Geburt, am 4. Juni 1676 – und auch nur einen Monat nach ihrer Mutter (4. Mai 1676 von Alter von 31 Jahren) „als Herrn Siedels kleinstes Töchterlein“ begraben wurde.
Christoph Samuel Siedel heiratete zum zweiten Mal am 25. Februar 1679 Charitas, Tochter des Pfarrers Christian Schubert von Zschepplin.
Im Dübener Kirchenbuch ist am 19. November 1693 das Begräbnis eines Sohnes Christoph Samuel (II) vermerkt, der wahrscheinlich nicht identisch war mit dem o.g. Sohn Johann Christoph (II), wenn auch eigenartigerweise kein Taufeintrag zu ihm in Düben existiert.
Charitas Siedel wurde am 16. Januar 1701 in Düben beerdigt.
Seine dritte Ehe ging Christoph Samuel am 16. September 1710 mit Catharina, Witwe des Kirchenvorstehers Clemens Höfflig, ein. Er selber wurde am 6. März 1718 begraben. Eine Altersangabe fehlt, er muss aber mindestens 71 Jahre alt geworden sein.
Johann Balthasar (I) Siedel heiratete am 25. Februar 1679 in Molsdorf bei Erfurt Anna Barbara, Tochter des Molsdorfer Freisassen Peter Sengelaub. Nach einem kurzen Aufenthalt in seinem Heimatort Düben zog er mit ihr zunächst wieder nach Molsdorf (bis ca. 1685), diente dabei 4 ½ Jahre in Gotha bei der herzoglichen Garde zu Pferd. Anschließend wurde er von Herzog Albrecht von Coburg zu dessen Jäger berufen, musste aber zunächst (in 1689?) mit ihm in den „französischen Krieg“ an den Rhein ziehen. Danach wurde er von Herzog Albrecht von Coburg zum Förster von Heinersdorf bei Sonneberg befördert, und ab 1694 zum Förster von Mürschnitz bei Sonneberg.
Aus seiner Ehe sollen insgesamt sechs Söhne und fünf Töchter hervorgegangen sein (ein Sohn war bei seiner Beerdigung 1735 lt. LP bereits verstorben). Bislang bekannt sind die Namen folgender Kinder:
- Maria Margareta (~4. Januar 1680 Molsdorf)
- Ernst Friedrich (~8. Juli 1681 Molsdorf)
- Johann Christoph (III) und
- Maria Martha (Zwillinge, beide ~17. August 1685 Molsdorf)
- Johann Balthasar (II) (*? in?; heiratete 1709, +? in Mürschnitz)
- Friedrich Siegfried (~28. April 1690 Heinersdorf)
- Georg (~16. Januar 1692 Heinersdorf)
- Anna Dorothea (~30. Juni 1693 Heinersdorf)
- Maria Margaretha (~20. März 1696 Mürschnitz)
- Johann Paulus (~20. Juli 1699 Mürschnitz)
Fehlen also noch die Daten zu einem Sohn.
Anna Barbara, Johann Balthasar (I) Siedels Frau, verstarb am 11. August 1714 wahrscheinlich in Mürschnitz, er selber dort am 29. Januar 1735 (±2. Februar 1735).
Von seinen Kindern ist – neben Margareta, die den ersten Pfarrer von Forschengereuth, Forkel, ehelichte – nur etwas über Johann Balthasar (II) Siedel bekannt. Er war ebenfalls Förster in Mürschnitz und ab dem 19. Januar 1709 verheiratet mit Margarete Barbara Blümler, Tochter des Handelsmanns Johann Jacob Blümler aus Sonneberg. Beide hatten zumindest (oder auch nur) ein Kind,
- Johann Christoph (IV) Siedel (*26. November 1709 Mürschnitz, +25. September 1784 Mürschnitz)
Dieser – ebenfalls Förster von Beruf – war in erster Ehe mit Anna Hartung aus Sonneberg verheiratet, aus der ein Sohn Johann Balthasar (III) hervorging, von dem lediglich bekannt ist, dass er am 26. September 1765 eine Anna Maria Motschmann geheiratet hat.
In zweiter Ehe war Johann Christoph (IV) Siedel mit Anna Elise Liebermann aus Sonneberg verheiratet und soll mit ihr vier Söhne und drei Töchter gehabt haben. Davon sind soweit bekannt:
- Johann Paul (~25. Juli 1745)
- Margaretha Sophia (*15. Dezember 1750)
- Johann Christoph (V) (*25. September 1754, +21. März 1826)
- Johann Sebastian (~30. September 1758)
- Anna Barbara (*1./+2. Juni 1762)
Johann Christoph (V) Siedel wurde Handelsmann und Müller in Sonneberg und war ab 1776 mit Anna Barbara Herpichböhm aus Sonneberg verheiratet (drei Söhne, eine Tochter).
Darunter Johann Nikol Siedel, Seifensieder in Sonneberg, *24. Mai 1778 in Sonneberg, +29. März 1846 in Sonneberg. Verheiratet ab 1808 mit Johanna Maria Elise Schubart aus Sonneberg (fünf Söhne, vier Töchter).
Davon (ggfs. neben einer Johanna Siedel, 1822-1895, einem Georg Siedel, 1826 – 1906, sowie einem Wilhelm Siedel?) soweit bekannt nur Johann Christoph (VI) Siedel, Seifensieder und Stadtkämmerer in Sonneberg, dort *28. September 1812, +13. Dezember 1875.
Er war mit Friederike Bischoff aus Sonneberg verheiratet, sie *24. Dezember 1813, +29. März 1903 (fünf Söhne, vier Töchter).
Ab Johann Christoph (VI) Siedel sind mir alle Verzweigungen der "Sonneberger Linie" Siedel bis heute lückenlos bekannt. In männlicher Linie gibt es nur noch die meine (Joachim Siedel, *23. März 1948 in München, mit meinen beiden Söhnen, *1978 u. 1981 in Starnberg).

 

- Johannes (I) Sidelius –

Johannes (I) (*30. Dezember 1582, +27. Juli 1645) war von 1607 bis 1616 Baccalau­reus in Kölleda, dann Pastor in Rothenberga, und von 1622 bis 1643 Diakon wieder in Kölleda. Er heiratete am 1. Januar 1604 Gertrud Schwemmler, Tochter des Senators u. späteren Bürgermeisters Caspar Schwemmler.

Aus der Ehe sollen folgende Kinder hervorgegangen sein:

-    Katharina (~23. März 1607)

Mit Anna hatte Ambrosius (I) Sidelius noch drei Kinder:

Katharina (~9. Juli 1581),

Johannes (~30. Dezember 1582), und

Samuel (I) (~24. Februar 1586).

Ambrosius (I) Sidelius selber starb am 8. oder 9. November 1613 in Kölleda.

- Die Kinder des Ambrosius (I) Sidelius und ihre Familien -

- Ambrosius (II) Sidelius -

Ambrosius (II) Sidelius, der älteste Sohn, war von 1590 bis 1593 Rektor in Kölleda, dann Pfarrer in Ellersleben.

Er heiratete am 15. Juli 1588 Katharina Herbich, Tochter des Pastors Herbich in Schlotheim, und zum zweiten Mal, am 31. Dezember 1598, Barbara Trinkaus, die Stieftochter seines Vaters.

Die Kirchenbücher nennen von den Kindern des Ambrosius (II) Sidelius

-    Adam (~21. April 1592 in Kölleda, er heiratete am 25. November 1616 als Kantor

in Allstedt Anna Krause, Tochter des Valentin Krause aus Asseburg)

-    Elisabeth (I) (heiratete am 16. Mai 1636 Caspar Schwemmler)

-    David (±16. August 1598) und

-    Martin (±24. Oktober 1605)

Wahrscheinlich gab es jedoch noch einen weiteren Sohn des Ambrosius (II) namens

-    Samuel (II), er stammte aus Ellersleben und war von 1635 – 1650 Baccalaureus in

Kölleda, später Stadtschreiber. Dieser wiederum soll zwei Söhne mit ebenfalls dem Namen Samuel gehabt haben (Samuel (III), ~12. Oktober 1637, und Samuel (IV), ~7. April 1644).

- Johannes (I) Sidelius –

Johannes (I) (*30. Dezember 1582, +27. Juli 1645) war von 1607 bis 1616 Baccalau­reus in Kölleda, dann Pastor in Rothenberga, und von 1622 bis 1643 Diakon wieder in Kölleda. Er heiratete am 1. Januar 1604 Gertrud Schwemmler, Tochter des Senators u. späteren Bürgermeisters Caspar Schwemmler.

Aus der Ehe sollen folgende Kinder hervorgegangen sein:

-    Katharina (~23. März 1607)

-    Elisabeth (II) (~8. März 1608)

-    Johannes (II) (~15. März 1609)

-    Sebastian (~16. Juni 1610)

-    Joachim (~3. Dezember 1612)

-    Nikolaus (~14. Juni 1616; evtl. identisch mit einem im Alter von 9 Jahren am 30.

September 1625 begrabenen Ambrosius)

-     Christophorus (*1617 in Rothenberga? Mit 9 Jahren gestorben an Pest, ±12.

August 1626)

-    Anna (*1621 in Rothenberga? ±26. Juli 1626 im Alter von 5 Jahren)

-    Sabina (~13. Januar 1623)

-    Elisabeth (III) (~10. Juli 1625)

-    Anna Elisabeth (~26. Juni 1627)

-    Johann Wilhelm (~7. Mai 1630).

- Samuel (I) -

Samuel (I) Sidelius (~24. Februar 1586) heiratete am 25. November 1616 Magdalena Röser in Hardisleben. Weiteres ist über ihn nicht bekannt.

- Die Kindeskinder des Ambrosius (I) Sidelius und ihre Familien -

Katharina (*23. März 1607) war nacheinander mit Sebastian Dittrich, Rektor Caspar Betzold, und Bürgermeister Johann Stögel verheiratet.

Joachim (*3. Dezember 1612) wurde in Treben/Kr. Altenburg 1643 Diakon, 1649 Pfarrer und starb am 11. Oktober 1658 in Thräna). Er war verheiratet mit Anna Barbara ...?, +1692 in Thräna; die beiden hatten lt. Taufregister des Pfarramts Tre­ben folgende Kinder5:

-    Johann Michael (~1645, ±1645, 2 ½ Monate alt)

-    Salomo (~1646)

-     Christianus (~1647)

-    Anna Barbara (~1649, Nottaufe, + nach 1 Stunde)

-    Elisabeth (IV) (~1653)

-    Johann Augustus (~1655) und

-    Tobias Michael (~1657).

Salomo wurde Handwerker in Thräna (dort +1701), Johann August („Siedelius“) Hutmacher in Döbeln (dort +1725), und Tobias Michael Handwerker in Altenburg.

Johann Wilhelm (= Hans Wilhelm Siedel, ~7. Mai 1630) lässt am 17. April 1683 einen Sohn - wahrscheinlich erstmals bei den Kölledaer Sidelius/Siedel - auf den Namen Johann Christoph taufen.

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2. Johann Gabriel Siedel

Seine drei Ehen und Kinder

Johann Gabriel Siedel, „Hochfürstlich Sächsischer Naumburgischer Hauskellner und Mundschenk“ am Hof von Herzog Moritz zunächst in Naumburg, später in Zeitz*, starb in Zeitz am 1. Dezember 1705 und wurde drei Tage später beerdigt, „seines Alters 83 Jahr“. Er muss also um 1622 geboren sein (Herkunft und Geburtsort unbekannt).
*)Erst 1657 begann Moritz, der jüngste Sohn von Kurfürst Johann Georg von Sachsen, in Zeitz an Stelle der zerstörten Bischofsburg mit der Erbauung seines neues Schlosses Moritzburg, die um 1678 abgeschlossen war. Bis ..… reisidierte er in Naumburg.
Aus der – im Druck im Archiv Wernigerode vorhandenen – Leichenpredigt bzw. dem darin enthaltenen Curriculum Vitae seiner ersten Frau, der am 22. November 1633 in Celle als Tochter des dortigen Barbierers und Wundarztes Georg Struve und dessen Frau Susanna, geb. Zimmermann, geborenen Elisabeth Struve geht hervor, dass er sie bereits 1650 am herzoglichen Hof kennen gelernt hat. Sie verlobten sich dort im Juli 1652 und heirateten am 11. Januar 1653 in Dresden (dort kein Kirchenbucheintrag vorhanden).
Aus der Ehe sollen zehn Kinder hervorgegangen sein, davon sechs Söhne und vier Töchter (wovon zwei Söhne und zwei Töchter vor, ein Sohn mit der Mutter verstarb/en).
Elisabeth Siedel starb hochschwanger während eines Gottesdienstes in der Zeitzer Schlosskirche am 6. Januar 1674. Man brachte die leblose Frau noch schnell nach Hause und versuchte dort, durch einen Schnitt in den Bauch das Kind (einen Knaben) zu retten, aber es überlebte nicht und wurde der Mutter mit in den Sarg gelegt.
Als verbliebene Kinder sind in der Leichenpredigt genannt:
- Melchior-Sigmund (keine Angaben zu Geburtsdatum u. Geburtsort auffindbar)
- Dorothea Catharina (*6. April 1654 Naumburg) (spätere Frau u. Witwe des Hochfürstl. Sächs.
Küchenschreibers August Zierold)
- Barbara Elisabeth (*16. August 1655 Naumburg)
- Johannes Gabriel (II) (*29. März 1663 Naumburg)
- Johann George (*24. Juni 1668 Zeitz)
Am 18. Januar 1675 heiratete Johann Gabriel Siedel in der Zeitzer Schlosskirche Maria Heckel (*1. November 1648 in Eckartsberga), Tochter des Pfarrers und Superintendenten zu Eckartsberga, Thomas Heckel und seiner Frau Elisabeth. Sie gebar ihm am 17. Dezember 1675 eine Tochter Johanna Magdalena, starb jedoch bereits zwei Tage später, am 19. Dezember 1675, offenbar an den Folgen der Geburt, im Alter von nur 27 Jahren. Die Tochter, Johanna Magdalena, wurde nur knapp ein Jahr alt (+4. Dezember 1676 Zeitz).
Am 8. November 1676 heiratete Johann Gabriel Siedel zum dritten Mal, und zwar Katharina, die Tochter des Baccalaureus und Dompredigers zu Naumburg, Johann Zader. Die Trauung fand allerdings nicht in Naumburg statt, sondern „in aede“ [= im Hause] Groß Miltitz bei Leipzig.
Ihre Kinder waren:
- Maria Elisabeth (*30.April 1678 Zeitz)
- Johannes (*29. Dezember 1680, +22. August 181 Zeitz)
Für einen einfachen Hofbediensteten wie Johann Gabriel Siedel sind die Kirchenbucheinträge zu Taufen seiner Kinder wie auch zu seinem Begräbnis durchaus bemerkenswert. So fungierten bei Taufen häufig Adlige bzw. deren Frauen als Paten: Bei Dorothea Catharina eine „Fr. Dorothea, Hr. Rudolph v. Miltitz, Fürstl. Sächs. Hoffmeister Eheweib“; bei Johannes Gabriel „Hr. Adam Kuno v. Kürbitz, Fürstl. Sächs. Kammerjunker“, bei Johann George „Fräulein Erdmuth Dorothea geborene Herzogin zu Sachsen“. Besonders interessant im Hinblick auf eine mögliche Beziehung von Johann Gabriel Siedel zu den Kölledaer Sidelius/Siedel ist bei der Taufe von Barbara Elisabeth die Nennung des „Hr. Hans v. Werthern in Cölleda/Thüringen“ als einer der Paten.
Der Zeitzer Sterbe-/Begräbniseintrag für Johann Gabriel Siedel selber lautet:
„Herr Johann Gabriel Siedel, hochfürstl. S. Naumburgl. gewesener Hauskellner und Mundschenke alhier, am 1. Dec. Dienstags Nachmitt. ¼ auf 5 Uhr sel. verstorben, und den 4. dito Freitags Nachmitt. nach gehaltener Schloßbethstunde mit der ganzen Schule, gelautes bei s. Michaelis, Nicilai und S. Stephan, Begleitung der ganzen Ministerij und verlesen des Herr Hofpredigers Johann Heinrich Herrmann eine Christl. Leichenpredigt, Herr Mag: Gottfried Teuber aber eine Bedankung hielt, auff den Unter Johannis Gottesacker beerdigt worden, seines Alters 83 Jahr“.
Man könnte daraus folgern, dass Johann Gabriel Siedel am Hof des Herzogs Moritz mehr als nur ein einfacher Diener angesehen war. Vielleicht war ihm, dem 1622 geborenen, eine höhere Bildung durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges unmöglich gemacht worden. Immerhin waren sein Sohn Melchior-Sigmund und vielleicht sogar er selber ab 1671 an der Universität Leipzig immatrikuliert.
Für eine Verwandtschaft von Johann Gabriel Siedel mit den Kölledaer Sidelius/Siedel, vielleicht sogar dem Osterfelder Samuel Sidelius sprechen folgende Umstände (was aber nicht als endgültiger Beweis angesehen werden kann):
a) Nennung des „Hr. Hans v. Werthern in Cölleda/Thüringen“ als Pate bei der Taufe seiner Tochter Barbara Elisabeth
b) Lage von Osterfeld auf nahezu gerader Linie zwischen und in jeweils nur geringer Entfernung von den beiden Wohnorten
von Johann Gabriel Siedel, Naumburg und Zeitz
c) Johann Christoph (I) Sidelius/Siedel, der offenbar die Vornamen seiner Kinder bevorzugt nach denjenigen seiner nächs-
ten Verwandten wählte, hatte einen Sohn Johann Gabriel
d) Johann Gabriel Siedel war in zwei seiner drei Ehen mit Pfarrerstöchtern verheiratet
e) Falls verwandt, käme vom Zeitfenster seiner Geburt (Januar – November 1622) am ehesten eine Beziehung zum Oster-
felder Samuel (I) Sidelius in Betracht (alternativ allenfalls zu Adam (I) Sidelius); eine zu Johannes (I) Sidelius wäre wegen der Geburt bzw. Taufe von dessen Tochter Sabina (~31. Januar 1623) dagegen ziemlich unwahrscheinlich.

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3. Sanderslebener Linie

- in Bearbeitung -

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Der Name Sidelius / Siedel in Universitäts- und Schulmatrikeln des 16./17. Jahrhunderts

a)  Universität Leipzig8:

Sidelius, Adam, Chemnitz, 1588

Sidelius, Joh. Kolitan (wohl Kölleda), 1598

Siedell, Adam Kükolleden (wohl Kölleda), 1607

Siedel, Johann Wilhelm, Colleda-Thuring. 1647
Sidelius, Geo., Kelleda-Thuring. Erphurt.1666
Siedel, Joh. Gabr. Numburg, 1671
Siedel, Melchior Sigm. Numburg. Thur., 1671

b)  Universität Jena9:

Sidelius, Ambr., Erfford (Erfurt) 1574

Sidelius, Ambr., Lauchen, 1649

Sidelius, Joach., Cölledan (Kölleda) 1628

Sidelius, Joach., Coleda (Kölleda) 1634

Sidelius, Joh., Coledan (Kölleda) 1599

Sidelius, Joh., Colleda (Kölleda) 1630.

c)  Universität Erfurt:

Sidelius, Joh., Coledanus (1594)

Sid., Samuel, Coled. (1595)

d)  Thomasschule Leipzig:

Eintrag im Schülerverzeichnis vom 12. Dezember 1655: „Georgius Siedel von Cölln auß Thüringen, hab versprochen allhier zu bleiben 3 Jahr. Meines Alters 15 Jahr“ (oder auch 13 bzw. 18, Schreiben des Oberstudiendirektors Tittel vom 18. Januar 1932).

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Irrtümer nicht ausgeschlossen

Beim Studium einiger, insbesondere anscheinend „ehrwürdiger“ alter Dokumente stieß ich gelegentlich auf Ungereimtheiten oder gar falsche Angaben. So schreibt z.B. Oberländer in seiner Chronik, dass in Kölleda die „Pestilentz“ u.a. sowohl „1577 biß 1578“ als auch in 1581 herrschte, wobei „Anno 1581 wiederum 471 Personen und des Hrn. Sidelii meiste Familie“ verschieden seien. Den Kölledaer Kirchenbucheinträgen zufolge war letzteres aber Anfang 1578, nicht 1581 der Fall. Weiterhin steht in der Leichenpredigt für Johann Balthasar (I) Siedel auf der ersten Seite als Geburtsname seiner Mutter Anna Maria in sauberer und großer Schrift „Grübnerin“ geschrieben – sie war aber eine geborene Winkler. Wo immer möglich, habe ich mich hier auf Kirchenbucheinträge als die verlässlichste Quelle verlassen.
Ein besonderes Problem im vorliegenden Fall ist die Häufung der Vornamen „Samuel“ bei den Kölledaer Sidelius/Siedel im 17. Jh. Hier kann ich wegen nicht immer genauer Abstammungs-Nennung die richtige Zuordnung von Heiraten und Kindstaufen nicht völlig garantieren – was aber für den allgemeinen Zusammenhang von keiner wesentlichen Bedeutung ist.

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Quellenverzeichnis

1. Manfred Wilde, „Die Ritter- und Freigüter in Nordsachsen“ (C. A. Starke Verlag, Limburg 1997,
S. 41 ff.)
2. Rudolf Kötzschke, „Salhof und Siedelhof im älteren deutschen Agrarwesen“. Aus dem Nachlaß
hrsg. von Herbert Helbig. In: Berichte über die Verhandlungen der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Bd. 100 Philologisch-Historische Klasse. Akademie-Verlag, Berlin 1953.
3. Peter Englund, Universität Uppsala/Schweden, persönliche Mitteilung
4. Justus Christoph Motschmann, „Erfordia Literata“ (Anno 1729, Band 1, S. 225 ff.)
5. Dietmann, „Chursächsische Priesterschaft“, Bd. 3, S. 1154
6. Ortschronik von Treben/Kr. Altenburg bzw. Mitteilung des dortigen Pfarrers Ackermann aus dem
Jahr 1930
7. Manfred Wilde, persönliche Mitteilung
8. Die Jüngere Matrikel 1559–1809, hg. von Georg Erler, Leipzig 1909 (Die jüngere Matrikel der
Universität Leipzig 1559-1809 nennt in Bd.II 1634-1709, S. 427:
9. Matrikel der Universität Jena, Bd. I, 1548-1652, bearbeitet von Georg Mentz, Jena




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20.05.2007

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